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26.01.2012

BITMi zur Rolle der mittelständischen IT-Wirtschaft

IT-Mittelstand wird vernachlässigt

Aachen, 25.01.12 - Der Mittelstand stellt das Herzstück der deutschen IT-Branche dar, wird aber sowohl von der Politik als auch von den landläufigen IT-Verbänden sträflich vernachlässigt. Auf der diesjährigen Computermesse CeBIT will der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) ein neues Positionspapier vorstellen, das die Rolle der mittelständischen IT-Wirtschaft in ihrer gesamten Tragweite darstellt und konkrete Vorschläge zur Förderung dieses Branchensegmentes unterbreitet. 

"85 Prozent aller Auszubildenden der deutschen IT-Branche arbeiten in mittelständischen Firmen. Es ist also im Wesentlichen der Mittelstand, der die Zukunft für die technologisch orientierte Jugend schafft", erklärt Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverbandes IT-Mittelstand und Vorstand der GRÜN Software AG. Der BITMi sieht sich als der einzige IT-Verband in Deutschland, der ausschließlich mittelständische Interessen vertritt.

"Die in der Politik und im Verbandswesen weit verbreitete Meinung, dass die IT-Mittelständler sozusagen als ‚Beiboote der Tanker sprich der Großunternehmen segeln', prägt ein Bild, das schon im Ansatz grundfalsch ist und in den Auswirkungen fatal sein kann. Vielmehr ist es die Vielzahl mittelständischer IT-Firmen, die den größten Teil der Innovationskraft und Arbeitsleistung erbringen und die die Position Deutschlands im globalen IT-Markt bestimmen", ergänzt BITMi-Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der CAS Software AG Martin Hubschneider. Er verweist beispielhaft auf den Markt für betriebswirtschaftliche Software (sog. ERP-Software für Enterprise Resource Planning), in dem der IT-Mittelstand mit etwa einer Mrd. Euro Jahresumsatz und rund 50 Prozent Marktanteil die Führungsrolle innehat.

"Die im Umfeld des IT-Gipfels und anderen politischen Gremien entstandenen Überlegungen zur Bildung von Innovationsclustern zur Förderung des Software-Mittelstandes unter Leitung eines IT-Konzerns stellt das genaue Gegenteil einer erfolgreichen Mittelstandsförderung dar, weil es dem falschen Beiboote-Tanker-Gedanken entspringt", betont BITMI-Chef Grün.

Das Positionspapier, das der BITMi auf der CeBIT vorlegen wird, betrifft folgende Eckpunkte: freie Zugänglichkeit technologischer Grundlagen, Internetregulierung, Begünstigung mittelständischer Netzwerke, gezielter Abbau des Fachkräftemangels, stärkere Beteiligung des Mittelstandes an der Forschung, Verbesserung des Marktzugangs für mittelständische Unternehmen, Finanzierungserleichterungen, Bürokratieabbau, Anpassung des Arbeitsrechts an das Informationszeitalter, öffentliche und industrielle Auftragsvergabe sowie die Stärkung des IT-Standortes Deutschland und die Internationalisierung der deutschen IT-Wirtschaft mit notwendigen Wachstumsimpulsen für den Mittelstand.

"Es muss doch nachdenklich stimmen, dass praktisch alle IT-Aufsteiger, die sich in den letzten Jahren vom Mittelständler zum Global Player entwickelt haben - also Firmen wie eBay, Google oder Facebook - aus den USA stammen. Der deutsche Mittelstand birgt dasselbe Potenzial, aber er braucht eine wachstumsfördernde Umgebung", sagt Dr. Oliver Grün.

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi, www.bitmi.de) ist der einzige IT-Fachverband, der ausschließlich mittelständische Interessen profiliert vertritt. Im BITMi sind sowohl direkte Mitglieder als auch dem BITMi assoziierte Verbände zusammengeschlossen. Der Verband repräsentiert damit die Interessen von mehr als 600 mittelständischen IT-Unternehmen in Deutschland mit einem Umsatzvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. (lw)

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